Hellesylt/Geiranger Fjord PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Britta Bernhard   
Sontag, 18. Februar 2007 18:05
Norwegens mächtigestes Naturschauspiel. Von diesen Bergen und Tälern geht ein solcher Zauber aus, dass man am liebsten gleich alles erkunden und erwandern möchte. Die urtümliche Gewalt senkrecht aufragender Felswände, tosende Wasserfälle ("sieben Schwestern" und "Freier"), steile Berge mit eiskalten Gletschern und sattes Grün lassen den Betrachter alles andere vergessen.

Der Fjord

Der Geirangerfjord ist ein Abzweig in östlicher Richtung, der sich in besonders harten Stein geschnitten hat. Er ist gerade mal 1,5 km breit umgeben von extrem steil abfallenden Felshängen, die den Eindruck vermitteln, als müsse sich das Schiff durch den Fjord hindurchzwängen. Der Fjord ist mit Sicherheit einer der schönsten und beeindruckendsten auf der ganzen Reise und sollte deshalb auf keinen Fall verpasst werden. Das frühe aufstehen und die kalten Morgenwinde lohnen sich auf jeden Fall in Kauf zu nehmen, denn das sagenhafte Naturschauspiel entschädigt für alles. Die Panorama-Passstraße Adlerkehren schlängelt sich bis zum Kopf des Fjords und bietet einen atemberaubenden Blick auf die Wasserfälle der Syv Söstre (Sieben Schwestern) und den Freier gegenüber in Form einer Wiskyflasche, sowie die Felsformation Prekestolen (Kanzel). Das Wasser stürzt aus schwindelerregender Höhe über glitzernde Kaskaden in die Tiefe. Erstaunlicherweise sind an den Hängen Bauernhöfe zu erkennen, die allerdings mittlerweile leer stehen. Sie erinnern an die Zeit mühsamer Arbeit und ein Leben in völliger Abgeschiedenheit, als die Kinder noch angebunden wurden, um sie vor dem Absturz von den Hängen zu bewahren. 

An der Stelle, wo sich Geirangerfjord mit dem Sunnylvsfjord vereint, liegt das entzückende Dorf Hellesylt. Henrik Ibsen hat 1866 hier sein poetisches Drama "Brand" geschrieben. Aufgrund der vielen Bergflüsse ringsum bietet Hellesylt hervorragende Bedingungen für Angler. Hier starten viele Touren, die über Land nach Geiranger führen und dort am Schiff wieder enden.

Von Hellesylt aus geht es fünf Kilometer die gleiche Strecke zurück, dann folgt ein Abzweig in den Geirangerfjord, der im Zickzack in östlicher Richtung zum kleinen Dorf Geiranger führt. Die turmhohen Berge lassen die Schiffe im Fjord klein und winzig erscheinen. Geiranger ist mit seinen bunten Holzhäusern und Hotels ein zauberhaftes kleines Dorf. Nebenan stürzt ein reissender Wasserstrom von den Bergen in den aufschäumenden Fjord.

Hafen/Transport

In Hellesylt kann man nur aussteigen, wenn man eine übers Schiff gebuchte Tour hat. Es gibt kein Verlass auf Taxen oder öffentlichen Verkehrsmittel mit denen man nach Geiranger auf eigene Faust fahren könnte. Die Tour führt durch eine der wildesten und spektakulärsten Landschaften Norwegens. Die Straße geht durch das Hornindal-Tal. Von Tryggestad folgt man einem tief in eine Schlucht eingegrabenen Fluß. Sie Seitenwände sind anfänglich 400 m hoch, fallen dann jedoch ab und geben den Blick frei auf ein weites fruchtbares Tal, das übersät ist mit idyllisch gelegenen Gehöften. Weiter geht es entlang des Ufers des Hornindal-Sees, nachdem man das Dorf Oyebakken hinter sich gelassen hat, geht es durch einen Kiefernwald zu den Ufern des Nordfjords, ein geheimnisvoller und undurchschaubarer Fjord. Nun folgen die Orte Sryn, Hjelle, über die Gjol-Brücke, die eine 90 m tiefe Schlucht überspannt, Aussichtsplatz über das Hjelle-Tal, Grotli, Djupvatn-See zum Berg Dalsnibba, dessen Spitze von mehr als 150 km Entfernung deutlich zu erkennen ist. Von dort sind es 20 km, 1500 m Höhenunterschied und viele Serpentinen nach Geiranger.

In Geiranger gibt es auch kaum Taxen und öffentliche Verkehrsmittel, die braucht man aber auch gar nicht. Neben zahlreichen Touren zum Gletscher, Mountainbiken und Bustouren kann man hier einfach auf eigene Faust loswandern. Zuerst durch das Dorf Richtung Wasserfall, nachdem auf der rechten Seite das Fjordcenter liegen gelassen wurde, biegt man links auf einen Wanderweg ein, über eine alte Steinbrücke und einfach immer dem Weg entlang Richtung Wasserfall und Westeras. Nach einem Stück durch den Wald kommt man auf eine schöne große Wiese mit einer Alm, an der Alm rechts halten und dann gleich wieder links nach oben. Hier hat man den Wasserfall schon sehen und muss nun nur noch ein bißchen Geduld und Kraft in den Beinen haben, dann kann man sich den Wasserfall auch von hinten ansehen und in der Schlucht unter ihm durchgehen. Auf dem Rückweg empfiehlt es sich eine Stärkung mit frischen Waffeln auf der Alm zu sich zu nehmen und noch einen kleinen Abstecher zum Aussichtspunkt (hinter der Alm in Serpentinen bergab) zu machen. Der Blick über den Fjord und das Schiff ist von hier aus wirklich atemberaubend. 

Sightseeing

Neben der unbeschreiblich schönen Natur gibt es verschiedene Touren mit sportlichen Aktivitäten, zu Aussichtsplätzen, zum Briksdalgletscher und vieles mehr. In Geiranger selbstgibt es ein Fjordzentrum in dem man erfahren kann, wie die Fjordbewohner gelebt und gearbeitet haben. Der Rundgang dauert etwa eine Stunde. Auf einem Spaziergang durch die original nachgebauten Bauernhöfe kann man sich ein Bild machen über die Herausforderungen, denen sich die Bewohner damals stellen mussten. Sogar eine beeindruckende Schneelawine kann man auf einem Panorama Bildschirm miterleben. 

Essen und Trinken

Typisch norwegisch ist das Koldtbord (Kaltes Buffet) mit kalten und warmen Gerichten, Fisch, Fleisch und Käse. Für den kleineren Hunger reicht ein Smorbrod, ein dünnes mit Fleisch, Fisch, Käse oder Salat belegtes Brot.

Empfehlungen

Olebuda, 150 m vom Anleger, internationale Küche

Union, 15 min Fußweg bergauf vom Anleger aus, internationale Küche.

Shopping

In der Nähe des Anlegers gibt es ein paar kleine Geschäfte mit traditionaller Ware: gestrickte Jacken, Pullover, Socken, Puppen in Nationaltrachten, Glas, Zinnwaren, Holzteller und beruckte Textilien. Vereinzelt gibt es aber auch Bekleidungsgeschäften mit schönen Stücken von skandinavischen Designern.  

Aktualisiert ( Sontag, 18. Februar 2007 19:43 )
 
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